Die DEL-Allstars der Füchse
Donnerstag, 12. März 2026 von Friedhelm Die DEL-Allstars der Füchse:
Vier Kanadier, eine Torwart-Legende und ein „hexender“ Trainer.
Wie die „Stars“ spielten die Füchse während ihrer Zeit in der Deutschen Eishockey-Liga zugegebenermaßen nur selten. Es gab Highlights. Siege gegen die Eisbären Berlin, gegen die Kölner Haie – und natürlich jene zwölf Spiele, in denen der leider viel zu früh verstorbene Nationaltorhüter Robert Müller für den EV Duisburg auflief. Tabellarisch lief es allerdings gar nicht gut. Dennoch stellte der EVD freilich auch Spieler für das jährliche DEL-Allstar-Game ab.
2006 waren die Füchse erstmals vertreten. Die Duisburger Premiere gab es am 5. Februar 2006, als letztmals ein Allstar-Game ausgetragen wurde, bei dem eine Liga-Auswahl der DEL auf die deutsche Nationalmannschaft traf. Im König-Palast von Krefeld unterlagen die DEL-Allstars dem DEB-Team mit 3:5 (0:2, 2:1, 1:2). Für die DEL-Auswahl lief Füchse-Verteidiger Stéphane Robitaille auf. Der Kanadier kam nach dem Duisburger Aufstieg von Rouen Hockey Elite zum EVD, erzielte in 59 Spielen acht Tore und 24 Vorlagen und verbrachte 36 Strafminuten in der Kühlbox. Nach der Saison schloss er sich den Hannover Scorpions ebenfalls in der DEL an. Nach drei weiteren Jahren bei den Bietigheim Steelers wechselte er zu den Kassel Huskies in die Oberliga, ehe er noch einige Jahre in der Kasseler Amateurmannschaft in der Hessenliga dem Puck hinterherjagte.
Ab 2007 standen sich zwei DEL-Auswahlmannschaften gegenüber: ein Team Europa und ein Team Nordamerika. Am 3. Februar 2007 gewann die nordamerikanische DEL-Auswahl in Mannheim gegen die Europäer mit 12:10 (2:4, 4:4, 6:2). In der siegreichen Mannschaft spielte Matt Dzieduszycki, der aufgrund seines nicht ganz leicht auszusprechenden Namens stets „Diesel“ gerufen wurde. Dzieduszycki war auch am Erfolg seiner Mannschaft beteiligt: Er traf zum 2:4 und 6:8 für die Nordamerika-Auswahl. Im Tor von Team Europa stand übrigens Füchse-Aufstiegstorhüter Dimitrij Kotschnew, der damals für Iserlohn auflief. Auch „Diesel“ schloss sich nach seiner Zeit in Duisburg zunächst den Hannover Scorpions an, mit denen er 2010 Deutscher Meister wurde, ehe er zu den Grizzlys Wolfsburg wechselte. Seine aktive Laufbahn beendete er schließlich nach der Saison 2018/19 im kanadischen Amateurteam Stoney Creek Generals. In 52 Spielen für die Füchse erzielte er 21 Tore und 21 Vorlagen bei 94 Strafminuten.
Am 2. Februar 2008 gab es das DEL-Allstar-Game mit der größten Duisburger Beteiligung. In der DEL-Nordamerika-Auswahl lief diesmal Adam Courchaine als Füchse-Spieler auf. Diesmal fiel das Ergebnis noch torreicher aus: Courchaines Mannschaft gewann in Dresden mit 16:14 (5:5, 6:2, 5:7). Insgesamt absolvierte Courchaine, der später noch für die Düsseldorfer EG und die Krefeld Pinguine in der DEL aktiv war, 68 Spiele für den EVD mit 37 Toren, 40 Vorlagen und 38 Strafminuten. Auf diese Summe kommt er, weil der Kanadier in der Saison 2012/13 noch einmal zehn Spiele in Schwarz und Rot in der Oberliga sowie im DEB-Pokal absolvierte. Auf der Gegenseite stand mit Robert Müller eine Legende im Tor. Der bereits oben erwähnte Nationaltorhüter litt damals bereits an einem Gehirntumor. Als er nach seinen zwölf Partien für Duisburg zu den Kölner Haien gewechselt war (er spielte beim Allstar-Game auch bereits als KEC-Torhüter) und auf seinen „Wechsel von Mannheim nach Köln“ angesprochen wurde, betonte er, dass er vom EVD nach Köln gekommen war und den Füchsen dankbar sei, weil sie ihm die Gelegenheit gegeben hatten, noch einmal Eishockey zu spielen. Am 21. Mai 2009 erlag Robert Müller seiner schweren Krankheit. Die DEL sperrte seine Rückennummer 80 ligaweit. Auch nach dem Ausscheiden der Füchse aus der Deutschen Eishockey-Liga behielt der EVD die Nummersperrung ausdrücklich bei, da Robert Müller für Duisburg gespielt hatte. Das Team Europa in diesem Jahr wurde übrigens von Karel Lang trainiert, dem damaligen Cheftrainer der Füchse. Der frühere „Hexer“ war ansonsten vornehmlich als Co- und Torwart-Trainer beim EVD im Einsatz, stellte aber im Füchse-Trikot einen DEL-Rekord auf: Am 2. März 2007 wurde er im Alter von damals 49 Jahren exakt 49 Sekunden vor Ende der Partie gegen die Straubing Tigers als Torhüter eingewechselt, sodass Karel Lang, der in Krefeld Legendenstatus besitzt, den DEL-Altersrekord von Kevin McGibney brach. Karel Lang war tschechoslowakischer Nationaltorhüter und spielte 1980 für sein Heimatland bei den Olympischen Spielen in Lake Placid.
Der Füchse-Vertreter am 31. Januar 2009 in Berlin war erneut ein Kanadier: Jean-Luc Grand-Pierre gewann mit der DEL-Nordamerika-Auswahl gegen das Team Europa in Berlin mit 9:8 (3:3, 3:4, 3:1). Der Verteidiger war zum damaligen Zeitpunkt bereits zum zweiten Mal für die Füchse aktiv. Bereits in der DEL-Premierensaison 2005/06 war er ein Duisburger und zeichnete sich durch seine Schnelligkeit und Härte aus. Zur Saison 2008/09 kehrte er an die Wedau zurück, nachdem er zuvor für die Düsseldorfer EG sowie für die Lowell Devils in der American Hockey League gespielt hatte. In der Saison 2012/13 absolvierte er zudem noch einmal sieben Spiele für den EVD in der Oberliga. Insgesamt bringt er es somit auf 108 Spiele für die Füchse mit 20 Toren, 25 Vorlagen und beeindruckenden 339 Strafminuten. Aktuell arbeitet Jean-Luc Grand-Pierre als TV-Experte bei NHL-Spielen der Columbus Blue Jackets.
Am Ende der Saison 2008/09 schieden die Füchse aus der DEL aus. Gleichzeitig war das letzte Allstar-Game mit Duisburger Beteiligung auch das letzte DEL-Allstar-Game überhaupt. Danach stellte die Deutsche Eishockey-Liga dieses Format ein.